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MCS für Ärzte


Die MCS ist charakterisiert als atypische Reaktion einer Minderheit, welche in geringer Dosis - weit unterhalb der arbeitsmedizinischen Grenzwerte - durch inhalativ aufgenommene chemische Triggersubstanzen exponiert ist. Primär sollten - triggerabhängig - zentralnervöse Reaktionen auftreten. Der hypersensible Zustand muß sich chronifiziert haben und darf durch keine andere bekannte Krankheit bedingt sein. Die Symptome müssen Krankheitswert haben.

Es gilt weiterhin das Prinzip der Ausschlußdiagnostik. Es gibt bisher keine spezifischen durch die GKV erstattungsfähigen Arzneimittel zur Therapie einer MCS.

Eine MCS-Symptomatik kann in allen Bereichen der Sozialversicherung - mit Ausnahme der Gesetzl. Unfallversicherung - berücksichtigt werden, d.h. die Patienten können arbeitsunfähig krank, erwerbsgemindert oder erwerbsunfähig sein (Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt, 2002, A2474; erarbeitet als Positionspapier vom Arbeitskreis „Klinische Umweltmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.. Entsprechend hat sich auch der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Neurowissenschaftliche Begutachtung e.V. geäußert.).

MCS ist in den USA seit 1992 und in Deutschland seit 1997 als Behinderung i.S. des SGB IX anerkannt (Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag, vom 27.11.96, Ziff. 18.4 Versorgungsmedizinverordnung i.d.F der 1. Änderungs-VO, Urteil des Bundessozialgerichtes). Die Neufassung enthält nun zur FM, zur MCS und zum CFS nicht mehr das Wort "Somatisierungssyndrome" und zusätzlich die Möglichkeit "ähnliche Syndrome" als Behinderung anzuerkennen. (s.a. Schrb. des BMA vom 21.11.08, IVc3-96-MCS). Durch MCS Behinderte haben Anspruch auf berufliche Rehabilitation und auf einen behindertengerechten Wohnraum, wenn dies notwendig ist.

Es werden weiterhin Vermeidungsstrategien bezogen auf die geringen symptomauslösenden Trigger empfohlen. Eine soziale Ausgrenzung der durch MCS Behinderten sollte möglichst vermieden werden (Empfehlung des Umweltbundesamtes aufgrund des Ergebnisses des sogen. IPCS-Workshops 1996 in Berlin. Das IPCS wird finanziert von der WHO, der UNEP und der ILO).

Für die Zumutbarkeit von Arbeit gelten die sonstigen allgemeinen Regeln, sodaß Symptome mit Krankheitswert nicht zumutbar sind. Chronische bzw. rezidivierende entzündliche Reaktionen des ZNS führen i.d.R. ebenso zur Unzumutbarkeit einer Arbeit. Je nach Gestaltung des Einzelfalles kommen insbesondere folgende Sozialleistungen in Betracht: der Mehraufwand für eine behindertengerechte Wohnung (§ 55 Abs. 2 Nr. 5 SGB IX), in bestimmten Fällen auch eine innerbetriebliche Umsetzung, ein Einzelarbeitsplatz, ein Heimarbeitsplatz, usw. Der zuständige Leistungsträger wird solche Leistungen i.d.R. nur bewilligen dürfen, wenn diese notwendig sind, um Arbeitslosigkeit oder eine unnötige Frühverrentung zu vermeiden. Auch arbeitsfördernde Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Leistungsträgers nach dem SGB II (Jobcenter, oä.) können einer beruflichen Eingliederung am Arbeitsplatz dienlich sein, z.B. Lohnzuschüsse an den Arbeitgeber oder technische Maßnahmen am Arbeitsplatz, wie HEPA-Luftreiniger.

Bedingt durch MCS kann in manchen Fällen die Verfügbarkeit auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt so eingeschränkt sein, daß kein Anspruch auf Leistungen nach dem SGB III oder dem SGB II besteht und Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Unanfechtbarer Beschluß des Bayer. Landessozialgerichtes).

Da MCS eine sehr seltene Gesundheitsstörung ist, sehen wir leider keine Möglichkeit, etwa alle 300.000 niedergelassenen und angestellten Ärzte über den Stand der Wissenschaft und die Rechtslage bzgl. MCS zu informieren. Ich kann nur in Einzelfällen in Form von schriftlichen Auskünften oder beratend tätig werden.

Von MCS Betroffene brauchen sich nur bei besonders erfahrenen Gutachtern vorstellen (Plenar-Beschluß des Deutschen Bundestages und Beschluß des Bayer. Landessozialgerichtes).

Ärzte, Kliniken, Gerichte, Behörden und Sozialversicherungsträger, usw., erhalten auf Anfrage von uns kostenlos einen ausführlichen Arztbrief zum Stand der Wissenschaft und zur Rechtslage als PDF-Datei. Hinweise für die Diagnostik, zur Verschlüsselung der Diagnose MCS nach der ICD 10 2015 GM alpha, zur Feststellung einer Behinderung i.S. des SGB IX, finden Sie in unserem Arztbrief und auf der Seite "Fallkriterien".

Deutsche Gesellschaft Multiple-Chemical-Sensitivity e.V., Bayreuth
- Bundesorganisation gem. § 20 c Sozialgesetzbuch V

Dipl.-Verwaltungsw. Heinz A. Guth, geschäftsführender Bundesvorstand

Auskünfte für Richter, Ärzte, Behörden, Presse: Tel.: 0921 1500 167
Mail: info@dgmcs.de (bitte im Betreff den Begriff "MCS" angeben)